Eisdetektion und Temperaturmessung auf Rotorblättern von Windenergieanlagen

Eisbildung an Windenergieanlagen hat in der kalten Jahreszeit relevanten Einfluss auf die Betriebsführung. Neben reduziertem Ertrag durch veränderte aerodynamische Eigenschaften ist insbesondere die Sicherheit der Anlage und ihrer Umgebung zentrales Thema.

Zur frühzeitigen und exakten Detektion von Vereisungen bieten wir – auch nachrüstbare – On Blade-Sensorsysteme auf Basis von drahtlosen, flexiblen und energieautarken intelligenten Sensoren direkt an der Oberfläche der Rotorblätter an.

Systemkomponenten (On Blade)

Sensoren

Drahtlose und flexible intelligente Sensoren werden durch Sonnenenergie nahezu unbegrenzt mit Energie versorgt. Jeder Sensor misst die Temperatur mit einer Genauigkeit von 0,25°C und gibt den Vereisungszustand in mehreren diskreten Levels an. Durch die einzigartige, patentierte Bauform (flexibel, weniger als 2 mm dick) können die Sensoren an beinahe jeder Stelle des Rotorblattes, aber auch an anderen Strukturen, wie z.B. Gondel oder Turm, montiert werden. Die Anbringung erfolgt mittels selbstklebender Erosionsschutzfolie.

Basisstation

Die Basisstation (ein Gerät pro Anlage) empfängt die Datenpakete, die die Sensoren per Funk aussenden. Sie wird typischerweise als Komponente in der Gondel verbaut, kann aber auch im Spinner, im Turmfuß oder am Boden montiert werden. Es stehen mehrere Varianten von Kommunikationsschnittstellen (z.B. ModbusTCP, Relais-Umschaltkontakte, GSM/3G, Ethernet, etc.) zur Verfügung, um die Daten in die Anlagensteuerung, SCADA-Systeme oder Condition-Monitoring-Systeme einzubinden.

Dashboard

Auf Wunsch bieten wir auch einen Zugang zu unserem Online-Dashboard an. Hier können sowohl Livedaten, als auch historische Daten eingesehen und exportiert werden.

eologix Systemaufbau

Lösungen

On Tower Sensorsystem von eologix-Ping.

On Tower-Eiserkennung

Eiserkennung

Bei diesem Produkt wird mittels akustischer Sensorik am Turm detektiert, ob Eisansatz auf den Rotorblättern vorhanden ist oder nicht.

eologix_Sensor

eologix:safe

Stopp bei Eisansatz

Bei diesem Produkt wird nach dem Algorithmus gemäß DNV Komponentenzertifikat ein Signal erzeugt, welches der Anlage einen Stopp aufgrund sicherheitsrelevanter Vereisung signalisiert.

eologix_Sensor

eologix:restart

Automatischer Wiederanlauf

Durch eine entsprechende Dichte an Sensoren am Rotorblatt wird ein automatischer Wiederanlauf durch Eisfreiheitsdetektion ermöglicht.

Die Detektion von Eisansatz ist dabei gleich inkludiert.

eologix_Sensor

eologix:heat

Präventives Heizen

Die Messung der Oberflächentemperatur je Sensor ermöglicht die Effektivität einer Rotor-Blattheizung zu überwachen bzw. zu evaluieren. Die Messwerte können herstellerabhängig auch in das SCADA-System übernommen werden.

Zertifiziert und bewährt

auf mehr als 900+ Windenergieanlagen installiert

Bestmögliche Performance

Hoch verfügbar

Sicher

Innovativ

Erkennt Veränderungen frühzeitig

Hohe Redundanz

Getestet und ausgezeichnet von führenden Zertifizierungsstellen und Stiftungen, einschließlich TÜV Nord, DNV und Solar Impulse Foundation. In Verwendung bei mehreren großen Windenergieanlagenherstellern und Unternehmen weltweit.

DNV GL Zertifizierung
TÜV Austria Zertifikat

Bewährte Alternative zu anderen Systemen

gondelbasierte IDS

On Blade-Systeme

andere blattbasierte IDS

Sensorposition

Gondel

auf der Rotorblattoberfläche

im Inneren des Blattes

Temperaturmessung

nein

ja

nein

Präventives Heizen

nein

ja

nein

Benötigte Windgeschwindigkeit für die Eisdetektion

0m/s

0m/s

2-3m/s

SCADA Daten notwendig

nein

nein

ja

Kalibrierung für die Eisdetektion

nicht notwendig

nicht notwendig

notwendig

Automatischer Wiederanlauf möglich

nein

ja

ja, ab 2-3m/s

Installation Sensoren

Gondel verschraubt

außen geklebt

innen geklebt

Messung relative Pitchwinkel

n. a.

ja – kontinuierlich

nein (teilw. Unwuchtsindikator)

On Blade- vs. gondelbasierte Eiserkennung

An der Gondel herrschen andere Strömungsverhältnisse als am Rotorblatt. Diese sind einerseits natürlich auf Drehung der Rotorblätter, andererseits auf die unterschiedliche Höhe über Grund zurückzuführen. Speziell durch den Trend zu immer größeren Rotordurchmessern und steigenden Turmhöhen ist auch in Zukunft hier ein immer größerer Effekt absehbar.

Aufgrund dieser Situation müssen die Sensoren entsprechend sensitiv und konservativ ausgelegt sein, um einen Ansatz von Eis sicher detektieren zu können. Dies kann jedoch dazu führen, dass die Anlage früher abgeschaltet wird als es tatsächlich notwendig wäre. Durch die Messung an der Gondel kann weiters nicht festgestellt werden, zu welchem Zeitpunkt die Vereisung an den Rotorblättern wieder vorüber ist. Mit solchen Systemen ist daher auch kein automatischer Wiederanlauf möglich.

 

On Blade- vs. andere blattbasierte Systeme zur Eiserkennung

Komplett unterschiedliche Technologien – vibrationsbasierte Systeme, die indirekt im Inneren des Blattes messen und so auf Eis schließen, brauchen immer eine minimale Anregung der Rotorblätter durch den Wind. Daraus ziehen diese anhand der Veränderung der Eigenfrequenz der Blätter Rückschlüsse auf einen möglichen Eisansatz.. Im Trudelbetrieb und im Stillstand der Anlage kann daher kein Eis gemessen werden, wodurch in diesem Zeitraum kein Eis detektiert werden kann – weiters brauchen die Systeme Daten der WEA um funktionieren zu können.

 

Best-in-class: Unabhängige Studie des VGB

Im Zuge des VGB Projektes wurde ein umfassender Feldtest durchgeführt, bei dem vier rotorblattbasierte Eiserkennungssysteme auf der gleichen Windenergieanlage installiert und getestet wurden.

Der Feldtest wurde im Windpark Stor-Rotliden in Västerbotten, Schweden auf einer Vestas V-90 durchgeführt.

Ergebnisse des Eisdetektionssystems:

2,5mal weniger Stillstandszeiten

Einziges System welches unterschiedliche Eisarten differenzieren kann

100% Verfügbarkeit

unabhängig von SCADA Daten

Sicherstes System

Eisdetektion auch im Trudelbetrieb und Stillstand möglich

Referenzen